BEI UNS IST JEDER TAG KINOTAG!
EINTRITTSPREIS: 6,00 EUR.
BEI ÜBERLÄNGE, FESTIVALS UND SONDERVERANSTALTUNGEN ERHEBEN WIR EINEN KLEINEN PREISAUFSCHLAG.
KASSENÖFFNUNG 15 MINUTEN VOR BEGINN DER VORSTELLUNG.
RESERVIERUNGEN SIND LEIDER NICHT MÖGLICH.
WIR NEHMEN NUR BARGELD. CASH ONLY.
WIR SPIELEN KEINE WERBUNG, DESHALB BITTE PÜNKTLICH KOMMEN.
//////////////////////////////////////////////////////////////////////////////////////////////////////////////////////////
8 – 14 oktober 2026
21. UNDER|DOX
internationales filmfestival für dokument und experiment
werkstattkino|filmmuseum|theatiner|villa stuck
underdox-festival.de
new avant-garde cinema
AFTERLIVES
Deutschland/Frankreich/Belgien 2025.
Regie: KEVIN B. LEE.
Mit Kevin B. Lee, Morehshin Allahyari, Nava Zarabian, Anne Speckhard.
HD Digital. 88 Min. Originalfassung (englisch, deutsch).
Desktop-Film Die historischen Spuren extremistischer Propaganda und deren Auswirkungen. Überwiegend am Desktop entstanden, bewegt sich der Film zwischen dem virtuellen Bildschirm und der physischen Umgebung.
„AFTERLIVES ist einer der wenigen Kinofilme unserer Zeit, der den Bildern, die unser aller Leben prägen, auf Augenhöhe begegnet.“ (Lukas Förster)
„Can we ever truly look without being complicit? And is there another way to care?“ (Kevin B. Lee)
Freitag, 9.10. um 18.00 h und Montag, 19.10. um 20.15 h
new narrative cinema
AUSLANDSREISE
Deutschland 2026.
Regie: TED FENDT.
Mit Leonie Rodrian, Florian Model, Alejo Franzetti, Hanna Döring, Mia Sellmann, Sigrid Vagt.
16mm. 63 Min. Originalfassung (deutsch, italienisch, französisch) mit englischen Untertiteln.
„Eine eigenartige utopische Kraft geht von den Bildern Ted Fendts aus. Die analoge Körnigkeit des 16mm-Materials gibt unscheinbaren Berliner Straßen, Fassaden, Parks und Ecken einen matten Schimmer, der sie aller Zeitlichkeit enthebt. Alejo ist aus Argentinien nach Berlin gekommen, wegen des vielen Grüns in der Stadt ist er geblieben. Und Leonie liest. Bücher von Anna Maria Ortese, in deutscher Übersetzung, auf Italienisch, dann auch auf Französisch. Ein Lesekreis bildet sich. Das Lesen durchwirkt diesen Film ganz und gar und gibt der Textur der 16mm-Bilder ihre sanfte Eindringlichkeit.“ (Wolfgang Lasinger)
Freitag, 9.10. um 20.00 h
zu gast: Ted Fendt
artist talk | thema: erinnern
KEINE FREIGABE – HIDDEN TRACK OF A LABEL HISTORY
„Vilém Flusser hat die fotografische Geste als phänomenologische beschrieben: eine Suche nach Standpunkten, vorgezeichnet vom Programm des Apparats, aber nie ganz von ihm erschöpft. Die MiniDV-Kamera im Club, in den Jahren 1997–2004 in vielen Händen gehalten, radikalisierte diese Geste – sie war beweglich, kollektiv, vom Affekt geführt statt kalkuliert. Ein Film entstand 2004 aus diesem Bestand: montiert aus hunderten Stunden Material, gedreht von vielen rund um Veranstaltungen eines in München ansässigen internationalen Musik-Labels. Die Methode nahm vorweg, was erst mit YouTube zur Norm werden sollte – nutzergenerierte Aufzeichnung vor der Plattform, die erst später in Erscheinung trat, um diese zu verwalten und zu monetarisieren. Die Montage entzifferte aus diesem Bildkonvolut eine Historiografie des Labels und seines Hypes.
Zwanzig Jahre später kehrt das Material zurück – nicht als Erinnerungsstücke, sondern als Frage: Was heißt Autor*innenschaft, wenn die Kamera in vielen Händen liegt und sich der fertige Film erst in der Montage ergibt? Und was heißt „keine Freigabe” – technisch, juristisch, epistemisch – wenn das Archiv seiner eigenen Verwaltung entwachsen ist? KEINE FREIGABE – HIDDEN TRACK OF A LABEL HISTORY ist eine Archive Lecture mit Filmausschnitten, Dokumenten und Gespräch.“ (Angelika Lepper)
Freitag, 9.10. um 22.30 h
zu gast: Angelika Lepper
filming nature
KUKATA MITI
Deutschland/Indonesien/Demokratische Republik Kongo 2026.
Regie: DANIEL KÖTTER.
HD Digital. 79 Min. Originalfassung (deutsch, Suaheli, indonesisch) mit englischen Untertiteln.
Die Wälder Deutschlands, Indonesiens und der DR Kongo entlang der Praktiken der Holzgewinnung. Die historischen und ökonomischen Ungleichheiten werden ebenso manifest wie das allgegenwärtige Streben nach der Ausbeutung natürlicher Ressourcen.
„Kötter wendet sich der Analyse eines Phänomens zu, das sich in unterschiedlichen Kontexten widerspiegelt und in lebendigen Szenen eingefangen wird, die klare Beobachtung mit beeindruckender formaler Kontrolle verbinden. Die Kapitel dokumentieren unterschiedliche Vorstellungen von Wäldern und nehmen uns mit auf eine ethnografische Reise in die Vergangenheit: von Ressourcen, die einer mechanisierten Gewinnung unterliegen, über sich wandelnde Ökosysteme im Dialog mit der menschlichen Präsenz bis hin zu Ahnenwesen, die dunkle Kräfte beherbergen oder vor ihnen schützen.“ (Sergio Fant)
Samstag, 10.10. um 18.00 h
zu gast: Daniel Kötter
queer brazilian avant-garde: Bernardo Zanotta
THE CANNIBAL TRILOGY – THE COMMON ROOTS OF CANNIBALISM AND QUEERNESS:
HEART OF HUNGER | IN HIS BOLD GAZE | WILD FRUITS
Niederlande/Frankreich 2018/2020/2024.
Regie: BERNARDO ZANOTTA.
HD Digital. 84 Min. Originalfassungen mit englischen Untertiteln. Deutsche Premieren.
Eine Hommage an den Körper, die Geschichte eines Computertechnikers aus Rothenburg und ein Kostümdrama nach Montaigne untersuchen die gemeinsamen Wurzeln von Queerness und Kannibalismus. Außerdem: Fantasie über ein Mordkomplott gegen den Vater, mit der Zanottas filmisches Schaffen begann.
TRAGÉDIA
Niederland/Brasilien/Frankreich 2025.
Regie: BERNARDO ZANOTTA.
HD Digital. 15 Min. Originalfassung mit englischen Untertiteln.
Mit 13 Jahren bekommt Bernardo Zanotta eine Videokamera und filmt seine Familie während der Ferien. Zusammen mit seiner Stiefmutter ersinnt er ein Mordkomplott gegen seinen Vater, der sie beide vernachlässigt. Eine fiktiv-dokumentarische Found-Footage-Geschichte, die von der erwachenden Liebe zum Kino erzählt.
Samstag, 10.10. um 20.00 h
zu gast: Bernardo Zanotta
midnight movie
THE THING IN THE COFFIN
Ungarn 2026.
Regie: PÉTER LICHTER.
HD Digital. 62. Min. Ohne Dialoge. Deutsche Premiere.
Von der Heimsuchung durch bad dreams erzählt Lichter ausgehend von Francis Ford Coppolas schwülstigem BRAM STOKER’S DRACULA (1992). Der ungarische Experimentalfilmregisseur hat Hunderte von DraculaVerfilmungen in einen träumerischen Montage-Reigen gebracht, mit einem suggestiven Soundscape unterlegt und in rote Farbe gebadet. Künstlerisch verfährt Lichter im Zwischenreich vom Analogen und Digitalen: Auf Ebay ersteigerte Filmkopien werden Kader für Kader abfotografiert und im Rechner animiert, dabei mit der Kamera des Mobiltelefons vom Monitor abgefilmt.
Samstag, 10.10. um 22.30 h
thema: erinnern
DAS SCHWEIGEN BRECHEN
Deutschland 2025.
Regie: ROBERT DOMES.
HD Digital. 37 Min.
Um die 300.000 Menschen fielen in der Nazi-Zeit den „Euthanasie”- Morden zum Opfer. Jeder achte Deutsche hat einen ermordeten Verwandten unter seinen Vorfahren. Doch in der Erinnerungs- und Gedenkkultur spielen sie nur selten eine Rolle. Viele Nachkommen machen sich auf Spurensuche. Sie brechen das Schweigen und erzählen von den ermordeten Angehörigen, nennen öffentlich ihre Namen. DAS SCHWEIGEN BRECHEN zeichnet das NS-System der Krankenmorde nach und gibt den Angehörigen das Wort, die sich auf die Suche nach der Wahrheit gemacht haben. In Kooperation mit der Gedenkinitiative NS-„Euthanasie“-Opfer.
EIGENTLICH WOLLTE ICH NICHT SO LANGE BLEIBEN
Deutschland 2025.
Regie: ANDREAS GRÜTZNER.
HD Digital. 23 Min.
Wie veränderte sich das Umgehen mit Menschen in Heil- und Pflegeanstalten von den 70er Jahren bis heute? Wer sind die Menschen, die in so einer Einrichtung leben und wie erlebt es ein junger Mann, der in den 70ern dort anfängt zu arbeiten? Konfrontiert mit einer traumatischen Entdeckung in der Familienbiografie startet eine Reflexion. (Andreas Grützner)
Sonntag, 11.10. um 16.30 h
zu gast: Barbara Baum, Margarete Flygt, Josef Held (Angehörige der NS-„Euthanasie“-Opfer) und Sibylle von Tiedemann (Gedenkinitiative)
cine ibérico
FOURTEEN NIGHTS
(HAMALAU GAU)
Spanien 2026.
Regie: OSKAR ALEGRIA.
HD Digital. 91 Min. Originalfassung (baskisch) mit englischen Untertiteln. Deutsche Premiere.
„In diesem Film wird vierzehn Mal die Nacht hereinbrechen. Wir werden sie zählen.“ So beginnt diese nächtliche musikalische Reise durch die Vision des baskischen Künstlers Jorge Oteiza, die vor allem von einem Schauplatz geprägt ist: der Basilika von Arantzazu. Dort erzählt der Filmemacher Oskar Alegria dem Pianisten Iñar Sastre von den vierzehn Nächten – und ruft ihn dazu auf, durch die Tasten der Orgel Bilder zu zaubern, die er nicht sehen wird. Es entsteht eine Sammlung von vierzehn Monden, vierzehn Dunkelheiten und vierzehn Geheimnissen, die einen einzigartigen Fries bilden. Vierzehn, wie die Zahl der Apostel, die Oteiza an der Fassade des Tempels unterbringen konnte; und vierzehn, weil, wie Oteiza selbst sagte, „kein Platz mehr für weitere war“. (San Sebastián Filmfestival)
Sonntag, 11.10. um 20.00 h
filming nature
ÁGUA MÃE
Portugal 2025.
Regie: HIROATSU SUZUKI, ROSSANA TORRES.
HD Digital. 72 Min. Originalfassung (portugiesisch) mit englischen Untertiteln. Deutsche Premiere.
In dem kleinen südportugiesischen Mértola gibt es viele alte Wassermühlen. Die Gezeiten rhythmisieren das Leben. Die Farbe des Wassers und das Aussehen der Landschaft ändern sich im Laufe des Jahres. Der Ort hat auch eine Dichterin hervorgebracht, Manuela Ferreira. In ihrem Gedicht „Alma“ stellt sie die wichtige Frage: „Warum betrachten wir den Fluss?“
„It’s very hard to describe a film with words that is only made of sensibility and time. You feel so deeply the passage of time, and the movement of the wind and water. We are given, by Torres and Suzuki, a chance to reflect and feel our bodies. The text is filled with grace, humor, and incomprehensible beauty. The text (written by the mother of Rossanna Torres) seeps into your soul, like the sun that creeps over the valley, slowly, without you ever noticing how profoundly present you are when you staring at a river.” (Samantha Clara, Letterboxd)
Grand Prix DocLisboa 2025
Montag, 12.10. um 18.00 h
documents & experiments | kurzfilmrolle 1
THE B-SIDE OF THE LANDSCAPE
HD Digital. 114 Min.
Elektrische Vögel im Anthropozän, Kenneth Anger & die Liebe zum Wartburg, eine Reise zum Mars, Alfred Edel und die legendären Mehlbeutel in einer Raststätte.
Mit Filmen von Ulu Braun, Nicolás Zukerfeld, Julien Rivoire, Markus Mischkowski & Christos Dassios, Dagie Brundert, Rainer Knepperges, Siegfried A. Fruhauf, Jan Soldat, Philipp Hartmann.
Montag, 12.10. um 20.00 h
zu gast: Ulu Braun, Christos Dassios, Philipp Hartmann, Rainer Knepperges, Markus Mischkowski
cine ibérico – new narrative cinema
MIRAGE
(EL ESPEJISMO)
Portugal/USA/Deutschland 2026.
Regie: BINGHAM BRYANT.
Mit Francisca Alarcão, Maria Novo, Constance Rousseau, Rita Azevedo Gomes, Jan Baeta Salvany, Matías Tolchinsky.
HD Digital. 70 Min. Originalfassung (portugiesisch, spanisch, französisch) mit englischen Untertiteln. Deutsche Premiere.
Luftspiegelungen an der spanischen Küste haben Anne auf die Insel Santa Clara gebracht. Auf der Überfahrt nach San Sebastián begegnet sie der Portugiesin Margarida. Eine verwunschene Geschichte über das Sehen, Begehren und die Sinnestäuschung.
„From its very title, MIRAGE is a film about the act of looking, about the visible and about what our gaze constructs from external reality. It is also a film built around long sequence shots that open themselves to the unexpected and grow in complexity as the narrative advances: reflections within reflections, variations and versions of the same character, and even different temporalities coexisting within a single sequence shot. Thus, in a certain way, the entire film appears as one great mirage.” (FID Marseille)
Dienstag, 13.10. um 18.00 h
zu gast: Bingham Bryant
documents & experiments | kurzfilmrolle 2
MUNICH ORBITAL
HD Digital. 81 Min.
Ein Stubenhocker-Rocker, die Eliminierung diakritischer Zeichen in Formularen, eine schöne Reise, ein Hund, ein Hinterhof, die Erinnerung an einen Namen.
Mit Filmen von Okin Cznupolowsky (in Memoriam), Claire Angelini, Mina Simendić, Myriam Arleth, Rainer Knepperges, LUZI, Benedikt Guntentaler, Noah Mrosczok, Amelie Hochhäusler, Dunja Bialas.
Dienstag, 13.10. um 20.00 h
zu gast: Die Filmemacher*innen
thema: erinnern
ACTIVE VOCABULARY
Deutschland 2025.
Regie: YULIA LOKSHINA.
HD Digital. 82 Min. Originalfassung (deutsch, englisch, russisch, kirgisisch) mit englischen Untertiteln.
Eine russische Lehrerin wird von einer Schülerin denunziert, weil sie im Unterricht die Invasion der Ukraine kritisiert. Im Exil in Berlin stellt sie mit einer Schulklasse den Fall nach. Sie will verstehen, warum es zu dem Verrat kam, und welche Auswirkungen und Konsequenzen Zensur und Verfolgung auf das Leben der Einzelnen und die Gemeinschaft haben. Eine Lehrstunde über Totalitarismus, Verrat und Widerstand und ein dokumentarisches Experiment.
„Lokshina ordnet in einer Art dokumentarischem Konstruktivismus verschiedene Materialien zu einem Netz aus Bezügen an. Verunsichernd wirkt die Debatte über das sogenannte Überwältigungsverbot, die im Film aufgezeigt wird. Dabei handelt es sich um ein Prinzip, das in Deutschland für die politische Bildung im Unterricht gilt und verhindern soll, dass Schüler:innen eine bestimmte Meinung oder einen bestimmten Standpunkt aufgezwungen bekommen. Man ertappt sich unwillkürlich bei der Frage, ob die russische Lehrerin dagegen verstoßen haben könnte… Lokshinas tentative Art erzeugt immer wieder solche Kipppunkte.“ (Wolfgang Lasinger)
Goldene Taube DOK Leipzig 2025
Mittwoch, 14.10. um 18.00 h
zu gast: Yulia Lokshina
thema: erinnern
PEACEMAKER
(MIROTVORAC)
Kroatien 2025.
Regie: IVAN RAMLJAK.
HD Digital. 100 Min. Originalfassung (kroatisch) mit englischen Untertiteln.
1991 spitzen sich die Konflikte zwischen der serbischen Minderheit und den Kroaten in Slawonien zu. Der Polizeichef von Osijek vermittelt zwischen den Gegnern und wird ermordet. Wie kam es zu dieser aufgeheizten Atmosphäre der Angst? Wie konnte der Terror zum Alltag werden? Das Material von damals erlaubt die tabulose, fast kriminalistische Analyse der politischen Umstände.
„Sommer 1991. Der Beginn des Kroatienkriegs scheint unausweichlich, doch Josip Reihl-Kir, Polizeipräsident der ostkroatischen Stadt Osijek, setzt sich unermüdlich für Frieden und Verhandlungen ein. Dieses Engagement bezahlt er mit dem Leben: Reihl-Kir wird auf offener Straße ermordet. Obwohl der Täter mittlerweile im Gefängnis sitzt, sind viele der Hintergründe immer noch unklar. Ivan Ramljak setzt Reihl-Kir ein würdiges filmisches Denkmal – und legt mit einer klugen Kombination aus Archivmaterial und aktuellen Interviews offen, wie gezielt geschürter Hass und Nationalismus zu einer Atmosphäre allgegenwärtiger Angst führen konnten.“ (Oliver Stangl, Crossing Europe Linz)
Mittwoch, 14.10. um 20.00 h
Alle weiteren Spieltermine, Infos und Tickets unter https://www.underdox-festival.de
***
LONDON
Österreich 2026.
Regie: SEBASTIAN BRAMESHUBER.
Mit Bobby Sommer, Anca Cipariu, Clifford Agu, Lana Prerad.
HD Digital. 122 Min. Originalfassung (deutsch, englisch) mit deutschen Untertiteln. Erstaufführung.
Ein älterer Mann ist regelmäßig auf der Autobahn zwischen Wien und Salzburg unterwegs, um einen im Koma liegenden Freund zu besuchen, den er vierzig Jahre lang nicht gesehen hat. Bei diesen Gelegenheiten steigen Mitfahrer zu ihm ins Auto, das durch seine Fragen zu einem Gesprächsraum wird. Nicht selten berühren die Unterhaltungen die existenziellen Dinge des Lebens. Ein fast durchgehend in dem Auto spielender, visuell minimalistischer Film, der sich zum Porträt des heutigen Europas weitet, indem eine Vielzahl von Themen und
politischen Verhältnissen zur Sprache kommt. Zudem kreist der Film um die besondere Schönheit zeitlich befristeter Begegnungen. (Filmdienst)
„Brameshuber ist es gelungen, das besondere, oft unerwartet tiefsinnige Verhältnis, das man mit einem fremden Menschen eingehen kann, mit großer Natürlichkeit zu beschreiben.“ (taz)
Donnerstag, 15.10. und Freitag, 16.10. jeweils um 20.15 h
Sonntag, 18.10 um 18.00
UNTIL WE TALK
Schweiz/Deutschland/Frankreich 2025.
Regie: FLORIAN MEBES.
HD Digital. 84 Min. Originalfassung (englisch, hebräisch, arabisch) mit deutschen Untertiteln. Erstaufführung.
Der Israeli Rami Elhana und der Palästinenser Bassam Aramin haben während der Nahostkonflikts jeweils ein Kind verloren; Elhana durch ein palästinensisches Selbstmordattentat, Aramin durch den Schuss eines israelischen Grenzsoldaten. Dennoch entsteht zwischen den Männern eine tiefe Freundschaft. Als Aktivisten der Nichtregierungsorganisation „The Parents Circle“ werben sie für Verständigung. Auch als die Söhne der beiden Männer radikale Ansichten entwickeln, halten sie an ihrer Friedensbotschaft fest. Der Dokumentarfilm begleitet Elahan und Aramin über einen Zeitraum von zehn Jahre. Die Langzeitbeobachtung verdeutlicht das Leid im israelisch- palästinensischen Konflikt anhand der Schilderungen unmittelbar Betroffener. Im Zentrum stehen die Persönlichkeiten und die verwobenen Schicksale der Protagonisten, die ihre geteilte Verlusterfahrung in etwas Positives wenden. Interviews, Fotografien und Mitschnitte liefern Einblicke in ihre israelisch- palästinensische Versöhnungsarbeit. Die Stimmung ist dem Sujet gemäß oft niederdrückend, was sich auch in wehmütigen Zeitlupen ausdrückt; dennoch steht die Zuversicht über allem, dass der Dialog Früchte trägt. (Filmdienst)
Samstag, 17.10. um 18.00 h
Dienstag, 20.10. um 20.15 h
STERNBRÜCKE FOREVER
Deutschland 2026.
Regie: CHRISTIAN HORNUNG.
HD Digital. 98 Min. Erstaufführung.
Die alte Sternbrücke im Hamburger Schanzenviertel ist Geschichte. Der Film porträtiert das Leben an und unter der Brücke – wie es einmal war und wie es zu Ende ging. Eine warmherzige Liebeserklärung an ein Bauwerk und seine
Menschen und ein wütender Kommentar zur Stadtpolitik. Mehmet verkauft Falafel, Martina betreibt einen Kiosk und Stefan repariert Autos. Und jedes Wochenende strömen junge Menschen in die Clubs unter der Sternbrücke –
einer über hundert Jahre alten Eisenbahnbrücke. Doch ihre Zeit hier läuft ab: Die Brücke soll abgerissen und neu gebaut werden. Was folgt, bewegt ein ganzes Viertel. Denn die Pläne werfen Fragen auf, die aus Städten weltweit
bekannt sind: Wer gestaltet die Stadt? Und ist noch Platz darin für Subkultur und für bezahlbares Leben? (filmfesthamburg.de)
Freitag, 16.10. um 18.00 h
Sonntag, 18.10. um 20.30 h
CALL ME QUEEN
Deutschland/Frankreich/Großbritannien/Kenia 2026.
Regie: EMILY ATEF.
Mit Jeannine Dominy, Emily Atef, Josune Hahnheiser, Hawa Essuman.
HD Digital. 105 Min. Originalfassung (englisch, suaheli) mit deutschen Untertiteln. Erstaufführung.
Ende der 1990er-Jahre sucht eine alleinerziehende Frau aus den Slums von Nairobi für sich und ihre beiden Kinder eine bessere Zukunft. Mit Witz und Charme ergattert sie eine Stelle als Haushaltshilfe bei einer irischen
Auslandsreporterin und freundet sich mit der Europäerin an. Als sie an AIDS erkrankt, überlebt sie nur durch die Hilfe der Journalistin; in der Folge verschreiben sich die beiden dem Kampf gegen die HIV-Epidemie. Ein auf
wahren Begebenheiten beruhendes Drama um zwei mutige Frauen mit unterschiedlichem Hintergrund, die im Kampf gegen die Epidemie und die Machenschaften der Pharmaindustrie zusammenfinden. (Filmdienst)
Samstag, 17.10. um 20.00 h
Mittwoch, 21.10. um 20.15 h
WOHIN MIT MIR?
Deutschland 2026.
Regie: MARVIN MENNÉ.
HD Digital. 82 Min. Originalfassung (deutsch, arabisch, paschtunisch) mit deutschen Untertiteln. Erstaufführung.
Ein syrischer und ein afghanischer Flüchtling leben in einer Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Geflüchtete in Deutschland im permanenten Wechselspiel zwischen Hoffen und Mutlosigkeit. Beide sind bei Erreichen der
Volljährigkeit von der Abschiebung bedroht, zugleich sollen sie bis dahin alles für ihre Integration tun. Der Dokumentarfilm folgt beiden ein halbes Jahr und stellt einem entmenschlichenden Diskurs das einfühlsame Porträt zweier junger Menschen entgegen, um zu zeigen, welche konkreten Folgen die Migrationspolitik für ihr Leben hat. Dabei begegnet der Film den Protagonisten, aber auch den Sozialarbeiterinnen in der WG mit dezenter Empathie und hält den Ernst ihrer Lage stets präsent. (Filmdienst)
Montag, 19.10. und Dienstag, 20.10. jeweils um 18.15 h
DEMNÄCHST:
///////////////////////////////////////////////////////////////////////////////////////////////////////////////////////////////////////////////////
PROGRAMMÜBERSICHT:
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
HEUTE NOCH DEN WÖCHENTLICHEN KOSTENLOSEN NEWSLETTER DES WERKSTATTKINOS ABONNIEREN, UM FORTAN IMMER BRANDAKTUELL ÜBER DAS LAUFENDE UND KOMMENDE PROGRAMM INFORMIERT ZU SEIN: MAIL AN INFO@WERKSTATTKINO.DE ODER WERKSTATTKINO@MNET-ONLINE.DE